SCIO Update

Die Wacker Chemie AG optimiert ihre Logistikeffizienz mit SCIO Automation

Geschrieben von SCIO Automation | 28.05.2026 08:20:44

Die Wacker Chemie AG stand vor der Aufgabe, ihre Produktionskapazitäten für Halbleiter-Polysilicium auszubauen. Getrieben durch die wachsende Nachfrage der Halbleiterindustrie benötigte das Unternehmen eine vollautomatische Gesamtlösung, die Reinheit, Prozesssicherheit und Skalierbarkeit vereinte. Für die neue Reinigungslinie am Standort Burghausen sollte ein durchgängiger Materialfluss entstehen, der den Ansprüchen der Branche gerecht wurde und gleichzeitig die Produktionsleistung nachhaltig steigerte.

Bündelung von SCIO-Kompetenzen

Im Frühjahr 2022 sicherte sich die SCIO Automation als Generalunternehmer den Auftrag des bekannten Chemiekonzerns. Für die erfolgreiche Umsetzung der Anlage bündelten mehrere Fachbereiche der SCIO ihre Kompetenzen: Warehouse Intrasolutions übernahm die Projektleitung, die SCI brachte ihre Expertise für Reinraumlogistik ein und die SCIO-Teams aus Eching und Duisburg unterstützten mit Roboterlösungen und technischer Dokumentation.

Die technische Lösung

Nach der Auftragsvergabe im Mai 2022 startete das Projektteam in die Planungsphase. Innerhalb weniger Monate entwickelte es ein digitales Layout der Gesamtanlage mit einem zentralen Hochregallager für Kleinladungsträger (KLT). Dieses Layout veranschaulichte den komplexen Aufbau der Anlage: Es umfasste Fördertechnik für den vollautomatischen Transport der KLT zu den verschiedenen Produktionsschritten, Handlinggeräte an den Übergabestellen zu den Prozessequipments sowie Ein- und Ausgabestationen für die manuelle Bereitstellung und Entnahme von KLT mit oder ohne Inhalt.

Die Anlage umfasste acht Roboterzellen sowie Fördertechnik aus Edelstahl in Spezialausführung. Diese Kombination gewährleistete höchste Präzision und Reinheit, wie sie für den Umgang mit Polysilicium erforderlich ist.

Das Projekt auf einen Blick

Hochregallager: 

  • 5-stellige Anzahl Stellplätze für KLT
  • 6 Gassen (Hubbalkengeräte)
  • Doppeltiefe Einlagerung
  • Hochregallagerknapp 30 Meter Länge, bei doppelter Höhe im Verhältnis zur Breite

Fördertechnik: 

  • über 500 Meter Behälterfördertechnik + Prozessschalenfördertechnik
  • 8 Roboter (Deckelgreifer, Schalengreifer, Entleerungsgreifer)
  • 2 Stockwerke
  • Belieferung von 5 Schnittstellen
  • 5 Brandschutztore (Fördertechnikabschlüsse)

Erfahrung als Erfolgsfaktor

Durch das bereits erfolgreich abgeschlossene „Dachprojekt“ der SCI, bei dem über 50 laufende Meter Reinraumfördertechnik realisiert wurden, konnte tiefgehendes Know-how zu den spezifischen Anforderungen der Wacker Chemie AG aufgebaut werden. Dieses Wissen trug dazu bei, die Synergien innerhalb der SCIO auch in diesem Projekt optimal zu nutzen. So konnte die Gesamtanlage besonders zielgerichtet umgesetzt werden. Gleichzeitig wurde die komplette Fördertechnik – sowohl Reinraumfördertechnik als auch spezialisierte Behälterfördertechnik – aus einer Hand angeboten.

Die effizienten Verknüpfungen innerhalb der SCIO Automation führte zu weiteren Meilensteinen, von der Vormontage der Fördertechnik in Benningen über den Factory Acceptance Test in Osterhofen bis hin zur virtuellen Inbetriebnahme im Juni 2023.

 

Virtuelle Absicherung: Der digitale Zwilling

Eine zentrale Rolle in der Projektrealisierung spielte der digitale Zwilling. Er ermöglichte es, das Zusammenspiel aller IT- und Anlagenkomponenten umfassend zu testen und die Bediener frühzeitig zu schulen. Dadurch ließ sich die korrekte Funktionsweise bereits im Vorfeld sicherstellen und die spätere Inbetriebnahme der realen Anlage deutlich beschleunigen.

Erste Einblicke in unsere Projektsimulation:


 

Gesteigerte Kapazitäten

Im März 2024 begann die Inbetriebnahme der Fördertechnik in Burghausen. Anschließend durchlief die vollautomatische Anlage im September 2024 eine Testphase, bevor sie im Jahr 2025 in Betrieb ging. Das Ergebnis: Die Gesamtanlage erhöhte die Kapazitäten zur Herstellung von qualitativ hochwertigem Halbleiter-Polysilicium bei Wacker Chemie um mehr als 50 Prozent.

 

Besondere Herausforderungen im Materialhandling

Der besondere Reiz des Projekts lag in der Materialbeschaffenheit einzelner Komponenten, da die Vermeidung von Produktverunreinigungen entscheidend ist. So ist beispielsweise eine separate Oberflächenreinigung des Siliciums erforderlich, da sich beim Brechen der zuvor abgeschiedenen Siliciumstäbe eine geringe Kontamination mit Fremdatomen nicht vollständig vermeiden läßt. Für anspruchsvolle Halbleiteranwendungen wird der Siliciumbruch daher mit hochkonzentrierter Säure geätzt. Das gestaltete die Tests durch Materialmuster von Wacker besonders spannend.

 

Gemeinsam zum optimalen Ergebnis

Dank der erfolgreichen Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche von SCIO Automation unter der Leitung von Warehouse Intrasolutions und einen stets engen und konstruktiven Austausch mit der Wacker Chemie AG konnten sämtliche Anforderungen erfüllt und eine passgenaue Lösung für den Chemiekonzern geschaffen werden.


 „Bei diesem Projekt konnten wir unsere Stärken voll ausspielen. Als Integrator haben wir maßgeschneiderte Intralogistiklösungen exakt auf die spezifischen Anforderungen der Wacker Chemie AG zugeschnitten – von der Planung über die Umsetzung bis hin zur Inbetriebnahme – alles aus einer Hand.“  
Bastian Mauritz, Geschäftsführer der SCIO Automation Warehouse Intrasolutions 


Das Ergebnis ist eine Produktivitätsmengensteigerung von über 50 Prozent durch eine zuverlässige Anlagenperformance.

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Über unseren Kunden: Wacker Chemie AG

Die Wacker Chemie AG ist ein weltweit tätiges Chemieunternehmen mit besonderer Kompetenz in der Herstellung chemischer Spezialprodukte. Ein zentraler Schwerpunkt liegt dabei auf der Halbleitersparte, die WACKER als wichtiger Zulieferer der internationalen Halbleiterindustrie bedient.

Das Unternehmen verfügt über ein Portfolio von mehr als 3.000 Produkten, deren Anwendungen von klassischen Industrieanwendungen bis hin zu hochsensitiven Hightech-Bereichen reichen. Insbesondere für die Halbleiterindustrie liefert WACKER maßgeschneiderte Materialien, die für die Herstellung moderner Mikrochips unverzichtbar sind. Zu den wichtigsten Abnehmerbranchen zählen neben der Halbleiterindustrie unter anderem die Automobil-, Bau-, Chemie-, Konsumgüter-, Medizintechnik- und Pharmaindustrie.

Die von WACKER initiierten Forschungs- und Innovationsprojekte werden im Rahmen des EU-Programms Important Projects of Common European Interest (IPCEI) für Mikroelektronik und Kommunikationstechnologien mit bis zu 46 Mio. € gefördert. Fördergeldgeber sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und die Europäische Union.